Vorwort zur Einordnung des Thüringer Gründungsmonitors
Seit mehreren Jahren ist das Gründungsgeschehen in Deutschland von strukturellen Herausforderungen geprägt. Ein hoher Fachkräftebedarf, attraktive Beschäftigungsalternativen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten haben die Gründungsneigung in der Vergangenheit spürbar gedämpft. Sicherheitsorientierung und Planbarkeit gewinnen für viele potenzielle Gründerinnen und Gründer zunehmend an Bedeutung.
Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen, dass sich das Gründungsgeschehen zuletzt wieder belebt hat. Sowohl die Zahl der Gewerbeanmeldungen als auch der Neugründungen ist im Jahr 2025 bundesweit gestiegen. Diese Entwicklung deutet auf eine zunehmende Dynamik hin – trotz weiterhin herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Unabhängig von dieser kurzfristigen Belebung bleibt der demografische Wandel ein wesentlicher Einflussfaktor, insbesondere in Thüringen. Die Alterung der Bevölkerung sowie der Rückgang potenzieller Erwerbspersonen wirken sich dämpfend auf das Gründungsgeschehen aus. Dies zeigt sich auch in der langfristigen Entwicklung der Betriebszahlen. Vor diesem Hintergrund liefert die nachfolgende Auswertung der Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen eine wichtige Grundlage, um aktuelle Entwicklungen differenziert einzuordnen und sowohl kurzfristige Trends als auch strukturelle Veränderungen sichtbar zu machen.